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Böhler M390: Herkunft und Verarbeitung des Stahls für XinZuo Li X04-Messer

Österreichischer Stahl, Herstellung von Damastmaterial in China und Wärmebehandlung bei Böhler. So sieht der Weg des M390-Stahls aus, der den Kern der Küchenmesser-Serie XinZuo Li X04 bildet. Doch seine Herkunft ist erst der Anfang. Die endgültigen Eigenschaften der Klinge werden auch durch den mehrschichtigen Aufbau, die Härtung und den abschließenden Schliff beeinflusst.

Was ist der Böhler M390 MICROCLEAN-Stahl

M390 MICROCLEAN ist ein korrosionsbeständiger Chromstahl, der pulvermetallurgisch hergestellt wird. Böhler bescheinigt diesem Stahl eine sehr hohe Verschleißfestigkeit und eine gute Korrosionsbeständigkeit. Für ein Küchenmesser ist vor allem die Fähigkeit der Schneide entscheidend, dem allmählichen Verschleiß beim Schneiden standzuhalten.

Bei der Pulvermetallurgie wird geschmolzener Stahl in feine Partikel zerstäubt. Das entstandene Pulver wird unter hoher Temperatur und hohem Druck zu einem kompakten Werkstoff verdichtet und anschließend weiterverarbeitet. Dieses Verfahren ermöglicht eine gleichmäßige Gefügestruktur. Auch bei Stählen mit einem hohen Anteil an Legierungselementen, also Zusätzen, die gezielt die Eigenschaften des Stahls beeinflussen.

Böhler M390 enthält etwa 1,9 % Kohlenstoff, 20 % Chrom, 4 % Vanadium und 1 % Molybdän. Dabei handelt es sich um die vom Hersteller angegebenen Richtwerte. Zur hohen Verschleißfestigkeit tragen harte Karbide bei – Partikel, die aus Kohlenstoff und weiteren Elementen bestehen. Sie helfen dabei, den Verschleiß der Schneide zu verlangsamen.

Die Schnitthaltigkeit ist jedoch nicht mit der anfänglichen Schärfe gleichzusetzen. Während die Verschleißfestigkeit dazu beiträgt, dass die Schneide länger scharf bleibt, hängt die Leichtigkeit des Schneidens auch von der Klingendicke, der Klingengeometrie und dem Schliff ab.

1. Aus Österreich direkt über Böhler

Der M390-Stahl für die Serie Li X04 wird in Österreich hergestellt und anschließend nach China importiert. Wir beziehen ihn direkt über die chinesische Tochtergesellschaft von Böhler und nicht über einen unabhängigen Händler.

Die Werkstoffdokumentation nennt die voestalpine Böhler Edelstahl GmbH & Co KG mit Sitz im österreichischen Kapfenberg als Hersteller. Sie enthält die Werkstoffbezeichnung M390 MICROCLEAN, die Schmelzennummer, die chemische Analyse sowie die Härte des gelieferten Materials.

Die österreichische Herkunft bezieht sich somit auf den M390-Stahl. Das mehrschichtige Material, die Klingen und die fertigen Messer entstehen in den anschließenden Fertigungsschritten in China.

2. Lieferung im weichgeglühten Zustand

Der Stahl wird im weichgeglühten, ungehärteten Zustand geliefert, damit er weiterverarbeitet werden kann. Seine endgültige Härte erhält er erst bei der späteren Wärmebehandlung.

Böhler gibt für diesen Lieferzustand eine Härte von maximal 280 HB an. Die Abkürzung HB steht für die Brinell-Härteskala, bei der der Widerstand eines Werkstoffs gegen das Eindringen einer harten Kugel gemessen wird. Zur Orientierung: 280 HB entsprechen ungefähr 29 HRC auf der Rockwell-Härteskala, die üblicherweise bei Küchenmessern verwendet wird.

3. Herstellung des 145-lagigen Damastmaterials

Der importierte M390 gelangt in ein Partnerstahlwerk in China, wo er mit anderen Stählen kombiniert wird. Dort entsteht das mehrschichtige Material für die Klingen der Serie Li X04.

Der M390-Stahl bildet den Klingenkern, der auf beiden Seiten von jeweils 72 weiteren Stahllagen umgeben ist. Insgesamt besteht die Klinge somit aus 145 Lagen. Es handelt sich also nicht um 145 Lagen M390-Stahl.

Pulverstahl und Damaststahl bezeichnen zwei unterschiedliche Dinge. Die Pulvermetallurgie beschreibt das Herstellungsverfahren des M390-Stahls, während sich der Begriff Damast auf den mehrschichtigen Aufbau der Klinge bezieht. Den Kern bildet M390. Die charakteristische Musterung auf den Klingenseiten entsteht durch die zusätzlichen Stahllagen.
Der M390-Stahl bildet den Klingenkern, der auf beiden Seiten von jeweils 72 weiteren Stahllagen umgeben ist. Insgesamt besteht die Klinge somit aus 145 Lagen

4. Zuschnitt und Formgebung der Klingen

Das fertige Damastmaterial wird in unsere Fabrik in Yangjiang transportiert. Dort werden die einzelnen Klingen aus dem Material zugeschnitten und in ihre Grundform gebracht.

Vor dem abschließenden Schleifen und der Montage des Griffs erfolgt die Wärmebehandlung. In dieser Phase kommt Böhler erneut ins Spiel.

5. Härten, Tiefkühlen und Anlassen bei Böhler

Die vorgeformten Klingen der Serie Li X04 schicken wir zur Wärmebehandlung an die chinesische Tochtergesellschaft von Böhler. Böhler übernimmt somit nicht nur die Lieferung des Ausgangsstahls, sondern auch dessen anschließende Härtung und das Anlassen.

Die Wärmebehandlung umfasst das Härten, Tiefkühlen und dreimalige Anlassen. Diese aufeinander abgestimmten Arbeitsschritte erfüllen jeweils unterschiedliche Aufgaben.

Beim Härten entsteht das harte Stahlgefüge, das für eine leistungsfähige Schneide erforderlich ist. Das Tiefkühlen fördert die Umwandlung des Restaustenits – eines Gefügebestandteils, der nach dem Härten im Stahl verbleiben kann. Das anschließende Anlassen verändert das Gefüge des gehärteten Stahls und trägt dazu bei, die gewünschte Kombination aus Härte und Zähigkeit zu erreichen.

Es reicht also nicht aus, den Stahl einfach auf eine möglichst hohe Härte zu bringen. Die gewählten Wärmebehandlungsparameter beeinflussen auch weitere Eigenschaften, darunter die Korrosionsbeständigkeit und die Verschleißfestigkeit.

6. Rückkehr zu XinZuo und Fertigstellung der Messer

Die wärmebehandelten Klingen kehren in unsere Fabrik in Yangjiang zurück. Dort folgen der abschließende Klingenschliff und das Schärfen der Schneide, die Montage des Griffs sowie die vollständige Fertigstellung der einzelnen Messer.

Der M390-Stahl durchläuft während der Herstellung somit mehrere Entwicklungsstufen: vom weichgeglühten Ausgangsmaterial über den Kern der mehrschichtigen Klinge bis hin zur gehärteten und geschärften Schneide.

Die Griffe der Messer sind aus Kohlefaser in Kombination mit Harz gefertigt.

Was bedeutet das bei der Verwendung des Messers

Der größte Vorteil des M390-Stahls liegt in seiner hohen Verschleißfestigkeit in Kombination mit einer guten Korrosionsbeständigkeit. Bei einer fachgerecht verarbeiteten Klinge sind dies wichtige Voraussetzungen für eine langanhaltende Schnitthaltigkeit beim Schneiden.

Die Anzahl der Damastlagen allein bestimmt jedoch nicht, wie lange eine Schneide scharf bleibt. Bei der Serie Li X04 kommt es daher nicht nur auf den 145-lagigen Aufbau an, sondern vor allem auf den Kern aus M390-Stahl und dessen Wärmebehandlung. Wie die fertigen Messer aussehen, welche Griffe sie besitzen und welche Messertypen die Serie umfasst, erfahren Sie in der Vorstellung der Messerserie XinZuo Li X04.

Vorstellung der Messerserie XinZuo Li X04

Kurz erklärt: Fragen und Antworten

Wo wird der M390-Stahl für die Messer der Serie Li X04 hergestellt?

In Österreich, vom Unternehmen Böhler. Der Stahl wird im weichgeglühten, ungehärteten Zustand nach China importiert.

Wie entsteht die 145-lagige Klinge?

In einem Partnerstahlwerk in China wird der M390-Stahl mit weiteren Stählen zu einem mehrschichtigen Material verarbeitet. M390 bildet den Klingenkern, der auf beiden Seiten von jeweils 72 weiteren Stahllagen umgeben ist.

Wer übernimmt die Wärmebehandlung der Klingen der Serie Li X04?

Die chinesische Tochtergesellschaft von Böhler. Dort durchlaufen die Klingen das Härten, Tiefkühlen und dreimalige Anlassen.

Wo werden die Li X04-Messer hergestellt und fertiggestellt?

In unserer eigenen Fabrik in Yangjiang. Dort werden die Klingen zugeschnitten und geformt. Nach der Wärmebehandlung folgen der Klingenschliff, das Schärfen der Schneide, die Montage des Griffs und die abschließende Fertigstellung.

Dokumentation zum Stahl

Für die verwendeten Stähle und deren Wärmebehandlung liegen uns entsprechende Werkstoff- und Begleitdokumentationen vor. Wenn Sie bestimmte Angaben überprüfen möchten, schreiben Sie uns einfach an info@xinzuo.at. Wir stellen Ihnen die Unterlagen gerne zur Verfügung.

Dokumentation zum Stahl

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