Im Herbst werden in der Küche häufig härtere oder rutschigere Zutaten geschnitten als im Sommer, zum Beispiel Wurzelgemüse, Kohl, Äpfel und Pilze sowie gebratenes Fleisch. Gerade bei solchen Zutaten kann das Messer leicht stecken bleiben oder abrutschen. In diesem Artikel erfahren Sie, welches Messer sich für welche Zutat eignet und wie Sie damit sicherer und präziser schneiden.
Warum sich herbstliche Zutaten oft schwer schneiden lassen
Die meisten Probleme hängen mit der Form und der Festigkeit der Zutaten zusammen. Runde Zutaten wie Sellerieknollen, Rote Rüben oder Erdäpfel können unter der Klinge wegrollen. Festes Gemüse bietet beim Schneiden Widerstand, wodurch die Klinge stecken bleiben kann. Wenn Sie dann zu stark drücken, kann das Messer leichter abrutschen.

Auch eine instabile Unterlage, ein ungeeignetes Messer oder eine stumpfe Klinge können die Ursache sein. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welches Messer sich für die verschiedenen Zutaten der Herbstküche am besten eignet.
Welches Messer eignet sich für welche Zutat?
Entscheidend sind vor allem die Form und die Länge der Klinge.
Kochmesser
Wurzelgemüse, Kohl, Zwiebeln, Kräuter
Der vielseitige Klassiker für die Herbstküche. Mit seiner längeren Klinge – meist etwa 20 cm – schneiden Sie auch größere Zutaten mit einem Zug durch, ohne mehrmals ansetzen zu müssen. Wenn Sie nur ein einziges Messer in Ihrer Küche haben möchten, ist ein Kochmesser eine gute Wahl.
Nakiri
Kohl, Kohlrabi, Rote Rüben
Das Nakiri hat eine breite Klinge mit gerader Schneide und einer nur wenig ausgeprägten Spitze. Beim Schneiden kann die Schneide über ihre gesamte Länge auf dem Schneidebrett aufliegen. Das ist besonders praktisch bei festem Gemüse, das Sie mit geraden Schnitten von oben nach unten schneiden. Mit der breiten Klinge lässt sich das geschnittene Gemüse auch bequem in die Pfanne geben. Für feine Ausstecharbeiten oder zum Schneiden mit der Klingenspitze ist das Nakiri hingegen nicht geeignet.
Santoku
Fleisch, Gemüse, Kräuter
Das Santoku ist ein japanisches Allzweckmesser. Sein Name bedeutet sinngemäß „drei Tugenden“ und bezieht sich auf die drei klassischen Einsatzbereiche Fleisch, Gemüse und Fisch. Es ähnelt einem europäischen Kochmesser, ist jedoch meist kürzer und leichter und lässt sich dadurch besonders einfach führen. Wenn Sie Zutaten gerne fein und präzise schneiden, kann es für Sie die bessere Wahl als ein längeres Kochmesser sein.
Gemüse- und Obstmesser
Äpfel, Birnen, Pilze, kleineres Wurzelgemüse
Die kurze Klinge ermöglicht eine gute Kontrolle beim Schneiden kleinerer Zutaten und eignet sich auch zum Entfernen des Kerngehäuses. Mit der präzisen Spitze können Sie außerdem dekorative Schnitte setzen, etwa für herbstliche Teller oder Obstplatten.
Schälmesser
Äpfel, Birnen, Rote Rüben, Erdäpfel
Mit der kurzen Klinge arbeiten Sie nah an der Oberfläche der Zutat. Das Messer eignet sich auch, um beschädigte oder angedrückte Stellen zu entfernen. Dank der kurzen Klinge lässt es sich beim Schälen präzise führen.
Fleischmesser und Ausbeinmesser
Braten, Geflügel, Wild
Ein Fleischmesser hat eine längere Klinge und eignet sich dazu, Braten in gleichmäßige Scheiben zu schneiden. Ein Ausbeinmesser ist schmal und präzise, sodass Sie Fleisch gezielt vom Knochen lösen können.
Hackmesser
Wild, Geflügel, Knochen für Suppenbrühe, hartes Wurzelgemüse
Ein Hackmesser eignet sich für Arbeiten, bei denen Knochen oder besonders harte Zutaten zerteilt werden müssen. Seine massive Klinge nutzt beim Hacken das eigene Gewicht, sodass Sie nicht mit übermäßiger Kraft arbeiten müssen. Für das Schneiden von Gemüse und Fleisch sind hingegen ein Kochmesser, ein Santoku oder ein TAO besser geeignet.
Wurzelgemüse Schritt für Schritt schneiden

Gehen Sie bei Karotten, Sellerieknollen, Petersilienwurzeln oder Roten Rüben folgendermaßen vor:
1
Halbieren Sie die Zutat der Länge nach. So entsteht eine flache Schnittfläche, die Sie auf das Schneidebrett legen können. Dadurch kann die Zutat beim Schneiden nicht so leicht wegrollen oder wackeln.
2
Greifen Sie die Klinge mit Daumen und Zeigefinger direkt vor dem Griff (Pinch Grip). Dadurch haben Sie mehr Kontrolle über den Schnitt.
3
Halten Sie die Zutat mit der anderen Hand im Krallengriff fest. Beugen Sie die Fingerspitzen nach innen, sodass Ihre Fingerknöchel die Klinge führen und die Fingerspitzen geschützt bleiben.
4
Schneiden Sie mit einer fließenden Bewegung nach vorne und unten. Wenden Sie keine übermäßige Kraft an. Ein scharfes Messer gleitet leichter durch die Zutat und sorgt für gleichmäßigere Schnitte.
Tipp: Wenn Sie beim Schneiden stark drücken müssen, sollte das Messer geschärft werden. Stumpfe Messer können leichter abrutschen als scharfe und erhöhen dadurch das Verletzungsrisiko.
Kohl, Äpfel, Pilze und Braten

🥬 Kohl: Vierteln Sie den Kohlkopf und entfernen Sie den Strunk. Schneiden Sie den Kohl anschließend mit einem Kochmesser oder Nakiri in feine Streifen. Durch die flache Schnittfläche liegen die Kohlstücke stabil auf dem Schneidebrett.
🍎 Äpfel und Birnen: Vierteln Sie die Äpfel oder Birnen und entfernen Sie das Kerngehäuse mit einem kleinen Gemüse- und Obstmesser. Die kurze Klinge lässt sich dabei besonders gut kontrollieren.
🍄🟫 Pilze: Putzen Sie die Pilze und schneiden Sie sie in möglichst gleich dicke Scheiben. So garen sie gleichmäßiger.
🥩 Braten: Lassen Sie das Fleisch vor dem Anschneiden etwa 10 bis 15 Minuten ruhen. Schneiden Sie es anschließend mit langen, gleichmäßigen Zügen quer zur Faser, idealerweise mit einem Fleischmesser. So lassen sich saubere Scheiben schneiden und der Fleischsaft bleibt besser erhalten.

Beim Kürbis ist besondere Vorsicht geboten, da sein Fruchtfleisch sehr fest sein kann. Wie Sie Kürbis sicher schneiden und anschließend zu einem herbstlichen Brot verarbeiten, erfahren Sie in unserem Artikel über Kürbisbrot mit Sauerteig.
Das Wichtigste für den Küchenalltag
Für die meisten Gerichte der Herbstküche reichen ein Kochmesser oder ein Santoku sowie ein kleineres Gemüse- und Obstmesser aus. Wenn Sie häufig Gemüse schneiden, werden Sie auch ein Nakiri zu schätzen wissen. Entscheidend sind eine stabile Unterlage, der richtige Griff und eine scharfe Klinge. Wenn Sie ein neues Messer suchen, entdecken Sie unsere Santoku-Messer und Nakiri-Messer.
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